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Lesung von Peter Prange am 21. November in der Gemeindehalle

Er stellte seinen neuesten Roman „Der Traumpalast“ vor. Zum Thema passend hatten die Ehrenamtlichen des Literaturkreises die Bühne mit alten Filmrollen dekoriert und mit Hilfe von Lichtspots eine besondere und gemütliche Atmosphäre geschaffen. Ein Dank gilt hier Familie Eppler vom Kino Universum aus Backnang für die Verleihung des Equipments.
 
Die pandemiebedingt überschaubare Besucherzahl ließ sich bereitwillig entführen in die „Roaring Twenties“ in Berlin, die Prange mit großer erzählerischer Kraft lebendig werden lässt. „Als ich angefangen habe, mich mit den 1920er- Jahren zu beschäftigen, fragte ich mich, wie es passieren konnte, dass die Menschen in den Sog der Barbarei geraten konnten“, sagte Peter Prange. Er beschreibt in seinem Roman die Atmosphäre jener Zeit anhand von fiktiven Figuren und realen Akteuren in mehreren Handlungssträngen.
 
Da ist zum einen die nicht alltägliche Liebesgeschichte zwischen dem Lebemann Konstantin Reichenbach, genannt Tino, und der Jüdin Rahel Rosenberg, die unbedingt Journalistin werden will. Zum anderen dreht sich das Geschehen um die Geschichte der Ufa, die 1917 von den Militärs gegründet wurde, um den Film zu Propagandazwecken zu nutzen. Prange schildert die Facetten der 20er: Hass und Gewalt, aber auch großer Freiheitsdrang und lebensbejahende Abenteuerlichkeit.
 
Der Autor staunt nicht schlecht, als plötzlich eine junge Dame im 20er-Jahre-Outfit in seine Lesung platzt und sich als die Journalistin Rahel Rosenberg vorstellt. Sie nimmt auf der Bühne Platz und bittet den Autor um ein Interview. Es entsteht ein unterhaltsamer und lebendiger Dialog zwischen dem Autor, der immer wieder Schlüsselpassagen aus seinem Roman vorliest und der Romanfigur, die sich lebhaft an die Erlebnisse der damaligen Zeit erinnert.
 
Hinter der dramatischen Rolle der Rahel Rosenberg verbirgt sich die Stuttgarter Schauspielerin Mirjam Woggon, die sich gegen Ende der Lesung die Frage stellt, woher ihr Gesprächspartner so viele Details aus ihrem Liebesleben wissen kann. Ungläubig erkennt sie, dass sie ihrem eigenen „Schöpfer“ gegenüber sitzt. „Kunst ist die Fähigkeit, mit Lügen wahre Gefühle zu erzeugen“ konstatiert der Autor zum Abschluss des Abends und seine Gesprächspartnerin pflichtet ihm bei.
 
„Der Traumpalast – Im Bann der Bilder“ – eine kurzweilige und mitreißende Lesung, die von den Zuhörern mit viel Applaus quittiert wurde.
 
Ein herzliches Dankeschön gilt den ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer des Literaturkreises.
 
Trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl waren sich die Besucherinnen und Besucher einig, dass es eine tolle Veranstaltung gewesen war.