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Einrichtungen - Vereine

Obst- und Gartenbauvereine - Cottenweiler und Oberweissach

Die Obst- und Gartenbauvereine in unserem Raum haben eine lange Tradition. Bereits im Jahre 1898 wurde in Backnang von Freunden des Obstbaues, wie es damals hieß, der Bezirksobstbauverein Backnang gegründet. Dieser Verein stellte es sich zur Aufgabe, den heimischen Obstbau zu fördern und den Obstbaumbesitzern praktische und theoretische Unterstützung zu gewähren, um den Obstbau auf wirtschaftlicher Grundlage betreiben zu können. Als wichtigste Aufgaben wurden damals die Auswahl ertragreicher Sorten, Veredelung älterer Bäume, Beschaffung von Edelreisern, richtige Düngung der Obstanlagen, Schädlingsbekämpfung, Anpflanzung moderner Baumformen und Hilfe bei der Ausbildung von Baumwarten genannt. Zunächst wurden in den einzelnen Gemeinden praktische und theoretische Unterweisungen in den Obstbaumbeständen durchgeführt und Versammlungen zur Information der Mitglieder und anderer Interessenten abgehalten.

Im Laufe der Zeit wurden, bei steigender Mitgliederzahl des Bezirksvereins, in den einzelnen Gemeinden zunächst Ortsgruppen gebildet. Diese haben sich dann später zu selbständigen Obstbauvereinen entwickelt. Durch die Bildung dieser örtlichen Vereine sollte die Information ihrer Mitglieder, vorwiegend Bauern und Landwirte, verbessert und die Arbeit in den Vereinen intensiviert werden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren es daher für die örtlichen Obstbauvereine vorwiegend obstbauliche Aufgaben und Ziele im Sinne von wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die zunehmenden wirtschaftlichen, strukturellen und technischen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg haben auch die Entwicklung im Obst- und Beerenanbau wesentlich beeinflusst. Der meist auf Hochstammanlagen und in kleinen Parzellen stehende Tafel- und Mostobstanbau hatte keine ausreichende wirtschaftliche Basis mehr. Aus diesem Grunde entstanden zunehmend großflächige Intensiv-Erwerbsobstanlagen, deren Besitzer sich zu Wahrung ihrer Interessen zu sogenannten Obstbauringen zusammenschlossen. Der wirtschaftliche Aspekt in der obstbaulichen Beratung ging damit den bisherigen Obstbauvereinen verloren. Mit den wirtschaftlichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg war auch eine große bevölkerungspolitische Entwicklung verbunden. Durch eine rege und fortschreitende Neubautätigkeit in vielen Gemeinden unseres Landes gab es immer mehr Kleingartenbesitzer, Nebenerwerbslandwirte, Hobbygärtner und Freizeitobstbauern. Ein neuer Aufgabenbereich für die Obstbauvereine bot sich hier an. Dabei ging es nicht nur in erster Linie um wirtschaftliche Überlegungen. Die Arbeit in Haus- und Kleingarten mit Gemüse, Blumen, Beeren und Obst zur Eigenversorgung und damit verbunden auch die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und Gestaltung waren neue Bereiche, denen sich die Obstbauvereine annehmen konnten. Hinzu kamen noch Aufgaben im Bereich Ortsverschönerung, Durchführung von Blumenschmuckwettbewerben sowie Fragen des Umweltschutzes. Diese neue und erweiterte Aufgabenpalette war eine große Herausforderung. Aus diesem Grunde wurde der Name "Obstbauverein" ergänzt in "Obst- und Gartenbauverein". Aus einer vorwiegend wirtschaftlich orientierten Interessenvertretung erwuchs eine ideelle, ethische und auch öffentliche Bedeutung und Aufgabenstellung. Nun waren Obst- und Gartenbauvereine bestrebt, im Interesse ihrer Mitglieder sowie auch im öffentlichen Interesse folgende Aufgaben besonders wahrzunehmen:

1. Ihre Mitglieder fortlaufend mit den wirtschaftlichen und ideellen Werten der Obst- und

Gartenkultur bekannt zu machen.

2. Die Förderung und zeitgemäße Weiterentwicklung des Liebhaber- und Selbstversorgerobstbaues.

3. Die Hausgartenpflege, die fachliche Beratung in allen Gartenfragen, die Anlage von Kleingärten.

4. Die Förderung der Bienenzucht und des Vogelschutzes.

5. Ortsverschönerungsaufgaben sowie Landschaftspflege und Naturschutz.

6. Pflege der Geselligkeit

Um diesen umfangreichen Aufgaben gerecht zu werden, stehen vielfältige Veranstaltungen immer wieder auf dem Programm, u.a. Fachvorträge, Beratungen, praktische Unterweisungen, Kurse, gemeinsamer Warenbezug, vogelkundliche Führungen, Ausflüge, Lehrfahrten, Pflanzaktionen, Blumenschmuckwettbewerb, Mitwirkung beim Tälestreff.

Seit vielen Jahren beteiligen sich die Vereine auch beim Ferienprogramm der Gemeinde, wobei die angebotenen Veranstaltungen eine gute Resonanz finden.

Der Obst- und Gartenbauverein Cottenweiler organisiert, verwaltet und betreut seit über 10 Jahren eine Kleingartenanlage in Cottenweiler. Dort haben derzeit 20 Gartenliebhaber neben einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung auch die Möglichkeit, allerlei Obst, Gemüse und Blumen selbst zu pflanzen, säen, pflegen und ernten.

Zur Zeit gibt es in der Gemeinde Weissach im Tal aufgrund der traditionellen Entwicklung drei Obst- und Gartenbauvereine. Viele Veranstaltungen werden von diesen Vereinen gemeinsam durchgeführt.

Obst- und Gartenbauverein Cottenweiler

Dieser Verein wurde vermutlich in den Jahren 1936 - 1937 gegründet.

Ein genaues Datum ist heut nicht mehr zu ermitteln.

Der Verein hat heute 109 Mitglieder.

1. Vorsitzender: Siegfried Scheffler, Lerchenstraße 11

2. Vorsitzender: Daniel Oesterle, Elsterstraße 5

Obst- und Gartenbauverein Oberweissach

Der Verein wurde 1938 gegründet und hat heute 63 Mitglieder

1. Vorsitzender: Günter Wolf, Ährenweg 8

2. Vorsitzender: Egon Heller, In den Hauswiesen 19

Im Jahre 1988 feierten diese Vereine gemeinsam ihr 50jähriges Bestehen, verbunden mit einer ersten Ausstellung von örtlichen Firmen und Vereinen.

Als Dachorganisation auf Kreisebene kann der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Backnang im Jahre 1998 sein 100jähriges Jubiläum mit einer Ausstellung in der Stadthalle in Backnang feiern.