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 Pause für den Rasenmäher kann 
 Wildbienen und Schmetterlinge retten! 
Wenn es um die Erhaltung der natürlichen Lebensgemeinschaften und der genetischen Ressourcen in unseren Gärten und in der freien Landschaft geht, ist auch bei der Garten- und Grünpflege oft ein Umdenken angezeigt. "Nicht zu früh Mähen" lautet deshalb eine Empfehlung.
 
Der Winter ist vorüber. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Schneeglöckchen und Krokusse sind gerade verblüht und Gänseblümchen, Ehrenpreis, Gundermann, Schlüsselblumen oder das Wiesenschaumkraut recken ihre Stängel und Blütenknospen aus dem heimischen Rasen. Da hört man auch schon aller Orts die Rasenmäher knattern und brummen. Und gleich ist es vorbei mit dem Frühlingserwachen. Nicht nur die betroffenen Wildpflanzen und Kräuter werden abrasiert, sondern auch für zahlreiche Tierarten wie etwa Wildbienen und Schmetterlinge, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht sind, beginnt das Frühjahr mit Hunger und Entbehrung. Denn sie brauchen dringend Futter für sich und ihren Nachwuchs. Ohne blühende Rasenkräuter und Wiesenpflanzen finden sie keine Pollen und keinen Nektar - das Futter, auf das sie und Ihre Nachkommen angewiesen sind.
 
Auch die Pflanzen selbst spielen in der Nahrungskette und als Nahrungsgrundlage vieler Tierarten eine bedeutende Rolle im Naturhaushalt. Zum Beispiel fliegt der Aurorafalter, dessen Männchen auffällig orange-weiß gefärbt ist, im zeitigen Frühjahr das Wiesenschaumkraut, eine typische weißviolett blühende Rasen- und Wiesenblume an, um dort seine Eier abzulegen. Das Wiesenschaumkraut ist eine Hauptfutterpflanze für die Raupen des Aurorafalters. Fällt sie aus, etwa weil sie schon im April abgemäht wurde, erleidet auch der Schmetterling Bestandseinbußen.
 
Als Besitzer eines Garten- oder Wochenendgrundstücks oder einer Baumwiese können Sie der bedrohten Tierwelt ganz einfach helfen, indem Sie blühende Wildkräuter im Rasen und auf den Wiesen erhalten. So sollte der Mähzeitpunkt möglichst weit in das Frühjahr oder den Vorsommer hinein verschoben werden. Lassen Sie Wildblumen im Rasen, in der Wiese und an Wegrändern ausblühen! Die Auszeit für den Ra-senmäher kann Wildbienen und Schmetterlinge retten. Besonders größere, üppige und schön blühende Wildkrautbestände, etwa die des Wiesenschaumkrautes, von Schlüsselblumen oder Margeriten, können beim Mähen ausgespart bleiben. Die Pflanzen sollen ausblühen dürfen und Samen bilden können, damit ihr Fortbestand gesichert ist. Wer die Bedeutung der Blütenpflanzen für den Naturhaushalt und als Futterpflanzen für Bienen kennt, toleriert auch eher mal ein Gänseblümchen, den Ehrenpreis, einen blühenden Klee oder sonstige Wildkräuter in Rasenflächen.
 
Weitere Informationen:
Gemeindeverwaltung Weissach im Tal
Umweltbeauftragter, Telefon: 07191/3531-32
e-mail: rudolf.scharer@weissach-im-tal.de